Berichte, Geschichten und Andachten

Spielkirche neu gestartet

mit neuem Bastelraum

am 18. September 2021



"Herr, deine Güte reicht so weit der Himmel ist. Und deine Wahrheit so weit die Wolken gehen." Psalm 36,6

Gedanken zum Sommerpsalm von Pastorin Anja Neu-Illg


Der Sommerhimmel ist größer und die Wolken im Sommer sind anders. Wir laden euch ein, nach oben zu schauen, und während die Wolken vorbei ziehen, an die Güte Gottes zu denken. Unser Psalmwort zieht in die Höhe des Himmels und in die Weite einer Wolkenreise. Es durchschreitet den Raum in der senkrechten und in der Waagerechten. Es weitet den Blick über die Trugbilder des Alltags hinaus und lädt uns ein, uns der Wirklichkeit zuzuwenden, die unser Leben trägt: die Güte Gottes. Deine Güte. Nicht: „Meine Güte, meine Güte.“

Die beiden Zeilen unseres Verses sind gereimt als Sinnreim. Das lässt sich besser merken und singen. Dabei stehen sich Wahrheit und Güte im Alltag oft gar nicht so nahe. Oft ist es eher so: Sage ich die Wahrheit (oder was ich dafür halte), ist es nicht gütig. Spreche ich gütig, verzichte ich auf das Sagen der Wahrheit. Beides zusammen ist selten. Einen Versuch ist es immer wieder wert, denn das ist es, was das Leben fördert.

Am Kreuz von Jesus sehen wir beides: Güte und Wahrheit. Wir sehen die Güte Gottes, der sich lieber selbst hingibt, als die Menschheit zu verdammen. Und wir sehen die Wahrheit, die das Kreuz über uns sagt: Wir sind erlösungsbedürftig und zutiefst geliebt.

„Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,

 und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.“

Wie weit ist der Himmel? Weiter als der Punkt bis zu dem wir einen Luftballon mit den Augen verfolgen können. Wie weit gehen die Wolken? Weiter als bis zu dem Punkt am Horizont, den man von hier aus sehen kann. Gottes Güte und Gottes Wahrheit reichen weit, weiter als wir denken oder für möglich halten. Denkt einmal daran, wenn ihr den Wolken beim Ziehen zuseht.


Ist Gott ein Mann ? - Gedanken über ungewohnte Bilder

Weltkarte: Aus europäischer Sicht auf den Kopf gestellt
Quelle: weltgebetstag.de

In der Gottesdienstordnung für den Weltgebetstag 2021 hieß es vor dem Vaterunser: „Wir beten gemeinsam zu Gott, für uns Vater und Mutter: …“ Diese Formulierung der Frauen aus dem Inselstaat Vanuatu wirkt ungewohnt. Doch nicht alles Ungewohnte ist auch unbiblisch.

 

Die Bibel spricht von Gott auch in weiblichen Bildern: Gott tröstet, wie eine Mutter tröstet (Jesaja 66,13). Wie eine Bärenmutter wendet sich Gott zornig gegen alle, die ihren Jungen Böses antun wollen (Hosea 13, 8). Oder der auferstandene Jesus Christus wird mit einer stillenden Mutter verglichen (Matthäus 23,37). Gott schreit wie eine gebärende Frau (Jesaja 42, 14). Oder Gott ist wie eine Hebamme, die neuem Leben zum Durchbruch verhilft (Psalm 22, 10).

 

Das Wort Vater für Gott steht in der Bibel häufiger. Und auch von Jesus wissen wir, dass er Gott als Vater angeredet hat. Ist Gott darum ein Mann? Wir sind uns wohl einig, dass „er“ weder ein Mann, noch eine Frau ist.
Es ist zulässig, von Gott als Mutter zu sprechen, denn er spricht sogar selbst so von sich. Wichtig ist, das Bild der Mutter nicht zu vergötzen, das vom Vater allerdings auch nicht. Gott ist nicht das Bild, das wir uns von ihm machen, denn er ist Gott und kein Mensch. Und doch ist unsere Sprache eben menschlich und begrenzt. Von Gott auch als Mutter zu reden, erweitert die engen Grenzen, die durch das gewohnte Vaterbild gesetzt sind.

Das ist für mich ein ähnlicher Effekt, wie er auch durch die „verkehrte“ Weltkarte aus Vanuatu entsteht. Denn wer hat eigentlich festgelegt, wo auf dieser Welt „oben“ ist und wo „unten“? Aus der Sicht der Menschen im Südpazifik sieht die Welt eben so aus, wie hier abgebildet.


Ist diese Darstellung falsch? Nein. Sie ist nur ungewohnt.

Und wir können von ihr etwas lernen, über uns und andere.
ANI


Stadtfestgottesdienst auf dem Domplatz 13. Juni 2021

Pastor Jens-Peter Schulz von der Pfarrkirche Sankt Marien auf dem Weg zur Predigt über umstürzende Mauern. Unsere Gemeinde hat sich mit einer Lesung des Psalms 103 beteiligt. Im Hintergrund ist die Gehörlosengemeinde mit einer Gebärdendolmetscherin zu sehen und musikalisch wurde der Gottesdienst von den Bläsern und einer Band begleitet. Für das Glockengeläut während des Vaterunsers sorgte die katholische Kirche.